Wer hätte gedacht, wie sehr wir den Alltag vermissen

Regina Thalhammer - Gästebetreuuering Welle7 Workspace

Gespenstische Ruhe, regelmässige Arbeitszeiten, früher Feierabend – alles eher ungewohnte Umstände für Regina Thalhammer. Vor Corona gab es für die dynamische Gästebetreuerin des Welle7 Workspace kaum eine ruhige Minute im Alltag. Aktuell aber darf sie keine Gäste empfangen und kümmert sich dafür vermehrt ums Inventar. Doch die leeren Meeting- und Eventräume stimmen selbst die fröhliche Bayerin etwas wehmütig und nachdenklich.

Die Ruhe auf Deck 3 im Welle7 Workspace wirkt schon ein bisschen gespenstisch. «Normalerweise spürt man hier das Leben im Haus so richtig pulsieren», beschreibt Regina Thalhammer ihren eigentlichen Lieblingsort im Haus. Als Leiterin Gästebetreuung kümmert sie sich mit einem Team von zehn Mitarbeitenden um die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Gäste. Sie plant Meetings und Events, koordiniert interne und externe Dienstleister, prüft Lieferungen, sichert Qualität und Standards und hilft überall dort mit, wo es eine Hand mehr braucht. Ihr Alltag steckt im Normalfall voller Überraschungen: «Zu Einsatzplänen, Kostenkontrollen und anderen Büroarbeiten komme ich deshalb oft erst am Abend.» Wegen Corona läuft aber zurzeit vieles anders als gewohnt – so auch im Welle7 Workspace.

Die Meeting- und Eventräume sind seit Mitte März geschlossen. Anstatt um ihre Gäste kümmert sich Regina Thalhammer derzeit vermehrt um die Vorhänge und Teppiche im Haus. «Natürlich mit genauso liebevoller Hingabe», betont sie schmunzelnd. «Wir packen momentan all jene Aufgaben an, für die im Tagesgeschäft oft einfach die Zeit fehlte.» Normalerweise passt sie ihre Einsatzzeiten den jeweiligen Gästebedürfnissen und Eventzeiten an, darum schätzt sie zurzeit die Corona bedingten regelmässigen Arbeitszeiten umso mehr. Ein volles Haus wäre ihr aber trotzdem lieber.

Für einen kurzen Moment brachte die regelmässig stattfindende Blutspendenaktion etwas Normalität zurück in die Welle7. Die 31-jährige Gästebetreuerin organisierte den Anlass situationsgerecht und richtete die Räumlichkeiten den Hygiene- und Abstandsregeln entsprechend ein. Zurzeit ist Regina aber überwiegend mit Inventarkontrollen und Büroarbeiten beschäftigt. Hier und da steht sie auch im Crossworking-Einsatz und hilft in einer Migros Filiale bei der Zutrittskontrolle mit: «Das ist für mich eine sinnvolle Aufgabe in dieser Krise und eine dankbare Abwechslung zu Büro und PC.» 

Die leeren Meetingräume auf Deck7 wurden rasch zum neuen Lieblingsort von Regina Thalhammer. Hier verbringt sie oft ihre Pausen und geniesst die grandiose Aussicht auf den Berner Hausberg Gurten. In Gedanken versunken möchte sie den Räumen am liebsten wie in Dornröschen neues Leben einhauchen. Die Wehmut weicht aber schnell ihrem Optimismus: «Der digitale Schub wird die Meeting-Kultur wohl nachhaltig verändern, aber wir sind flexibel und offen für neue Wege und werden uns entsprechend anpassen. Die Krise lehrt uns alle gerade, wie wichtig und wertvoll persönliche Begegnungen sind.»

Während die Schweiz langsam wieder aus dem Lockdown aufwacht, kann es Regina kaum erwarten, für ihre Gäste deren Arbeit und Meetings wieder zu einem echten Erlebnis zu machen. Es sind aber vor allem die alltäglichen Dinge, die sie am meisten vermisst – die Arbeit im Team, der persönliche Austausch mit Kunden, spannende Begegnungen, das gemeinsame Feierabendbier usw. Selbst aufs Dienstplanschreiben freut sie sich wieder – sonst kaum eine ihrer Lieblingsaufgaben. Ihr grösster Wunsch und persönlicher Vorsatz aber bliebt, «dass wir alle aus dieser schwierigen Zeit möglichst viel Positives mit in die Zukunft nehmen».

Der Welle7 Workspace bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Regina Thalhammer und ihr Team freuen sich aber darauf, bald wieder für Sie da sein zu dürfen.